Liebe Gemeindeglieder,
Die Bethlehem-Stiftung wurde im Jahr 2009 gegründet und besteht somit schon 15 Jahre. Wenn wir an die Hochwassersituation zu Beginn dieses Jahres zurückdenken, so kann man die Bethlehem-Stiftung mit einer hocheffizienten Deichanlage vergleichen, durch die ein wirksamer Schutz vor allen möglichen Gefahren und Unannehmlichkeiten geschaffen wurde. Durch das solide Fundament der Stiftung ist die Bethlehemgemeinde hinsichtlich drohender Stellenstreichungen und Mittelkürzungen besser abgesichert als so manch andere Kirchengemeinde in dieser schwierigen Zeit. Darüber hinaus unterstützt sie kontinuierlich die Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde. Man könnte nun fälschlich denken, dass sich die Stiftung ja längst etabliert hat und die Verantwortlichen gelassen beobachten können, durch welche Erträge das gesamte Kapital nun noch erhöht wird. Weit gefehlt, denn es tut sich eine ganze Menge! Fangen wir mit anstehenden personellen Veränderungen an.
Auch wenn es ihr unangenehm sein wird: als Ehemann muss ich einmal den stetigen Einsatz meiner Ehefrau Ulrike nennen, die sich während des gesamten Zeitraums Tag für Tag für die Stiftung eingesetzt hat. Sie hält jetzt den Zeitpunkt für gekommen, sich ins zweite Glied zurückzuziehen, d.h. den Vorsitz abzugeben und dem Kuratorium von diesem Sommer an nur noch als assoziiertes Mitglied anzugehören. Ich bin ganz sicher: Sie werden sie dennoch immer wieder in der Gemeinde antreffen und sie weiterhin als besonders engagiert wahrnehmen. Ihre Nachfolge als Stiftungsvorsitzende wird Frau Hiltrud Ahrens antreten, die sich in den vergangenen Jahren bereits mannigfaltige Kenntnisse hinsichtlich unserer Stiftung erworben hat und dieses Amt mit viel Schwung und Freude ausüben wird. Frau Angelika Schlupper, Herr Dietmar Silbernagel und Herr Dieter Engemann (zuletzt noch assoziiertes Mitglied des Kuratoriums) scheiden nach vielen Jahren aus dem Kuratorium aus, dem ich selbst nun künftig angehören werde. Frau Schlupper bleibt als assoziiertes Mitglied weiter aktiv.

Ansonsten gibt es eine ganze Menge an bautechnischen Planungen mit notwendigen Änderungen und Anpassungen in unserer Gemeinde. Die Bethlehem-Stiftung hält unverändert daran fest, dass sie sich finanziell an der Erstellung einer Photovoltaikanlage beteiligen wird, die gegenwärtig von Fachleuten berechnet wird. Dazu soll die Statik des Kirchendaches berechnet werden, das voraussichtlich für die Photovoltaikanlage benutzt werden wird. Entsprechende Ergebnisse sollen möglichst zeitnah dem Kirchenkreis zur Genehmigung vorgelegt werden. In Kürze wird das Albert-Schweitzer-Gemeindehaus eine neue Elektroanlage bekommen. Hier sind alle notwendigen Planungen abgeschlossen, sodass die Umsetzung unmittelbar bevorsteht. Für die notwendigen Umbaumaßnahmen im Albert-Schweitzer-Haus sind Fachleute hinzugezogen und beauftragt worden, sodass eine Umsetzung der immer konkreter werdenden Pläne ebenfalls zeitnah im Kirchenkreis beantragt werden kann. Bei all diesen Maßnahmen wird sich die Stiftung finanziell engagieren. Der Kirchenvorstand und die Bethlehem-Stiftung haben im Übrigen übereinstimmend dafür gesorgt, dass Frau Linda Wagner weiterhin als wertvolle Mitarbeiterin im Rahmen der Kinder-und Jugendarbeit in unserer Gemeinde tätig sein wird. Und Frau Corinna Muss-Opitz wird ihre regelmäßigen Besuche älterer Gemeindeglieder fortsetzen können. „Alles ist im guten Lauf,“ sagte meine Frau kommentierend, und sie hatte mal wieder recht…
Ich wünsche Ihnen einen nicht zu heißen, aber sonnigen Sommer.
Ihr
Dr. Martin van der Ven
Bett zu verschenken
Die Bethlehemstiftung hatte im Philipp-Melanchthon-Haus eine Flüchtlingsunterkunft für Ukrainer*innen eingerichtet. Inzwischen konnte die Familie eine andere Wohnung finden, so dass das Mobiliar der Unterkunft hier nicht mehr benötigt wird.
Die Möbel wurden von der Stadt Meppen zur weiteren Verwendung übernommen, ein Kinderbett ist jedoch übrig geblieben. Dieses wird jetzt im Albert-Schweitzer-Haus „gelagert“. Bei Interesse melden Sie sich gerne im Pfarrbüro.
Sie können das Bett (mit Matratze) dann kostenlos mitnehmen.
Ein weiteres Paar kam – ebenfalls mit freundlicher Unterstützung durch den Vermieter Herrn Thomas Oehm – in einer geeigneten Wohnung in der Mozartstraße unter. Und wirklich alles hat bislang gut geklappt: Der sechsjährige Zakhar besucht inzwischen die neue Grundschule in Esterfeld, und alle Erwachsenen haben schon nach kurzer Zeit eine Arbeit gefunden. Alle sind ein wenig zur Ruhe gekommen und empfinden dankbare Gefühle, hier in Meppen in Sicherheit zu sein.
In den kommenden Tagen und Wochen folgte allerdings noch ein weiterer Hürdenlauf durch zahlreiche Amtsstuben und Behörden, der aber durch die Hilfe so mancher Ehrenamtlicher aus unserer Gemeinde noch zu den leichteren Übungen für die leidgeplagte Familie wurde. Im Gegenteil: Der fünfjährige Zakhar fand rasch einen Kindergartenplatz und war stolz bis über beide Ohren über ein gebrauchtes Jungenrad. Die Erwachsenen konnten schon nach wenigen Tagen mit einem Deutschkurs beginnen. Die beiden Männer fanden (fast wie durch ein Wunder) nach nur sechs Wochen einen Arbeitsplatz in einer Meppener Stahlfirma und fühlten sich ein wenig wie zu Hause, hatten sie doch zuvor im Metallurgischen Kombinat Asow-Stahl-Hüttenwerk in der zu Beginn des Krieges fast völlig zerstörten ukrainischen Stadt Mariupol gearbeitet. Elena hat einen kleinen Zuverdienst als Haushaltshilfe, und Kateryna hält über das Internet Kontakt zu Angehörigen und Freunden.
Große Sorge bereitete der Familie das Schicksal der Tochter Tetiana, die mit ihrem Mann Ihor aus dem besetzten Gebiet in der Ostukraine nach Belarus flüchtete und dann auch dort nicht bleiben konnte. Die beiden kamen zur großen Freude aller am 31. Juli ebenfalls nach Meppen – und benötigen nun ebenfalls Hilfe und Unterstützung. Alle sieben haben jedenfalls im Philipp-Melanchthon-Haus ein sicheres Dach über dem Kopf gefunden!