Bethlehem-Stiftung startet Projekt „Besuchsdienst für Senioren“

Neben der Kinder- und Jugendarbeit liegt der Stiftung die Begleitung unserer älteren Gemeindemitglieder sehr am Herzen. Gerade in dieser besonderen Zeit möchten wir gegenüber unseren Senioren die Verbundenheit durch regelmäßige Besuche zum Ausdruck bringen.

Die Stiftung hält für den Besuchsdienst, den sie stärken möchte, Mittel bereit. Deshalb würden wir uns freuen, wenn Sie gerne besucht werden möchten.

Für diesen Fall bitten wir Sie, sich im Pfarrbüro unter der Telefonnummer 05931-12467 zu melden.

Es grüßen Sie ganz herzlich im Namen der Bethlehem-Stiftung

Ulrike van der Ven (Vorsitzende der Bethlehem-Stiftung)

Hiltrud Ahrens (stellvertr. Vorsitzende der Bethlehem-Stiftung)

Verabschiedung Philip Krieger

Liebe Gemeindeglieder,

In den vergangenen Wochen haben wir alle begreifen müssen, dass die Corona-Krise längst nicht ausgestanden ist und dass das Warten auf die schützende Impfung noch monatelang weitergehen wird. Gleichzeitig haben unsere Bethlehemgemeinde und die Stiftung deutliche Zeichen gesetzt, dass wir mit den nötigen Schutzmaßnahmen und reichlich Erfindergeist eben doch zusammenkommen können und ein bisschen Nähe erfahren (wenngleich manchmal auch nur „virtuell“). So hat auch das Kuratorium der Bethlehem-Stiftung inzwischen wieder getagt – zwar mit großem Abstand und mit Schutzmasken, aber doch mit viel Inhalt und manchem Ergebnis.

Vermutlich haben Sie in diesem Jahr das schon zur Tradition gewordene Konzert des Neuen Vocalensembles Meppen schmerzlich vermisst. Wir versprechen Ihnen: Aufschoben ist nicht aufgehoben! Im nächsten Jahr soll es wieder stattfinden. Auch der Rechenschaftsbericht wird Ihnen dann wieder „live vor Ort“ im Rahmen einer Stifterversammlung präsentiert werden. Die Zahlen für 2019 stellt Ihnen Norbert Kerperin in diesem Heft an anderer Stelle vor.

Unten auf dieser Seite finden Sie Informationen über das von mir schon im letzten Sprachrohr angesprochene neue Projekt „Besuch älterer Gemeindeglieder“. Zögern Sie nicht und melden Sie sich gern, wir kommen dann auf Sie zu.

Auch die jungen Gemeindeglieder stehen weiter im Blickfeld der Stiftung. Die neue Regionaldiakonin Rebekka Köhnen wird am 1. September mit einer Viertelstelle in der Bethlehemgemeinde präsent sein. Wir werden mit ihr gemeinsam ein neues zusätzliches Aufgabenfeld für Kinder und Jugendliche planen.

Schließlich hat die Bethlehem-Stiftung die finanzielle Unterstützung eines neu zu gründenden Fördervereins an der JVA Meppen-Versen überlegt. Vergessen wir nicht: Die evangelischen Inhaftierten in Versen sind Glieder unserer Gemeinde. Der neue Verein soll die Aufarbeitung der Geschichte des Lagers Versen und auch politische Bildungsangebote für Gefangene in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen.

Sie sehen also: Ihre Bethlehem-Stiftung wird nicht müde. Bleiben Sie gesund und unterstützen Sie uns!

Ihr

Dr. Martin van der Ven

Aktiv auch im Lockdown

neue Pflasterung

Es schien so, als ob ein Meteorit eingeschlagen wäre oder ein Tsunami uns überrollt hätte: Wer dachte schon im Januar daran, dass das Virus aus dem ach so fernen China uns hier in Europa innerhalb kurzer Zeit so viel Kummer bereiten würde und die gesamte Gesellschaft zu jahrzehntelang nicht gekannten Einschränkungen zwingen würde. Auch all das, was eine lebendige Kirchengemeinde ausmacht, lag auf einmal brach. Ein normaler Alltag ist bis heute immer noch in weiter Ferne. Wir sitzen in der Kirche weit auseinander und summen die vertrauten Lieder hinter unserem Mundschutz. Als gläubige Christen lassen wir uns aber nicht entmutigen. Voller Zuversicht hoffen wir auf eine gesunde Zukunft jenseits der erhofften Impfung.

Albert-Schweitzer-GemeindehausAuch die Bethlehem-Stiftung ist nicht untätig geblieben. In den Wochen des „Lockdowns“ war auf dem Gebiet rund um die Kirche, das Albert-Schweitzer-Gemeindehaus und das Pfarrhaus reges Treiben zu beobachten. Die neue Pflasterung wurde rechtzeitig vor dem ersten Gottesdienst unter den Corona-Bedingungen fertig. Sie sieht nicht nur schick aus sondern sorgt ab sofort für sichere Bedingungen ohne Stolper- und Sturzgefahr. Die Bethlehem-Stiftung hat sich mit 25.000 € an den Unkosten beteiligt und damit den Löwenanteil übernommen. An dieser Stelle sei allen Zustiftern herzlich gedankt für Ihre großzügige Unterstützung! Auch in den schwierigen Corona-Zeiten konnten wir uns übrigens unvermindert auf alle Dauerzustifter verlassen.

In den kommenden Monaten stehen nun einschneidende personelle Veränderungen an. Unser Jugenddiakon Philip Krieger wird uns zur Jahresmitte leider verlassen und in unserem Kirchenkreis die Stelle des Kreisjugendwarts übernehmen. Seine bisherigen Aufgaben werden zum Teil von einer Diakonin übernommen werden, die mit jeweils einer Viertelstelle in unserer Gemeinde und in Dalum/Twist sowie mit einer halben Stelle in Haren tätig sein wird. Die Finanzierung geschieht durch den Kirchenkreis. Außerdem werden zwei weitere Mitarbeiterinnen im Rahmen geringfügiger Beschäftigungen ebenfalls in der Kinder- und Jugendarbeit unserer Gemeinde eingesetzt werden, so dass Sie sicher sein können: Die vielen Meilensteine, die Philip Krieger gesetzt hat, werden weiter gepflegt und ausgebaut! Die Bethlehem-Stiftung wird künftig die Finanzierung einer der beiden zusätzlichen Fachkräfte übernehmen und somit unverändert die Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde fördern.

Aber auch die älteren Gemeindeglieder bedürfen vielfältiger Unterstützung nicht nur in Corona-Zeiten. Viele Menschen hohen Alters schaffen den sonntäglichen Weg in die Kirche nicht mehr, sind einsam und hoffen auf Zuspruch und Unterstützung. Hier wird die Stiftung künftig einen weiteren Schwerpunkt setzen und konkrete Hilfsmaßnahmen planen und finanziell unterstützen.

Achten Sie weiterhin auf Ihre Gesundheit. Bleiben Sie vorsichtig, aber seien Sie nicht zu besorgt. Gemeinsam und mit Gottes Hilfe werden wir vorankommen.

Ihr
Dr. Martin van der Ven

Theologie des Kleinkindalters

Theologie des Kleinkindalters

Liebe Gemeindeglieder,

Der 1. Advent 2019 war ein ganz besonderer Tag für unsere Gemeinde und vor allem auch für die Bethlehem-Stiftung. Herr Käthler, der Stiftungsbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, hatte sich bei wenig einladendem Wetter schon sehr früh am Morgen auf den Weg gemacht, um im Gottesdienst einen Scheck zu überreichen. Wie oft hatte ich Ihnen an dieser Stelle schon die Aktion der Landeskirche „Aus 3 mach 4“ vorgestellt. Sie erinnern sich: Im Rahmen der 5. Bonifizierungsaktion gab es bei Zustiftungen von beispielsweise 3 Euro jeweils einen weiteren Euro hinzu. Während des adventlichen Gottesdienstes durfte die Stiftungsvorsitzende Ulrike van der Ven nun einen Scheck über 14.023, 59 € in Empfang nehmen. Martin Käthler lobte in einer Ansprache den unermüdlichen Einsatz unserer Bethlehem-Stiftung, die sich nun schon zum dritten Mal über einen stattlichen Zuschuss aus Hannover freuen durfte. An dieser Stelle gilt aber vor allem auch unser herzlicher Dank allen unseren Zustifter(inne)n, ohne deren großzügigen Beitrag eine solch reiche Ernte gar nicht möglich gewesen wäre!

Pastor Heldt und Frau van der Ven bedankten sich anschließend bei Herrn Dieter Engemann für seinen unermüdlichen Einsatz für die Stiftung über insgesamt mehr als 10 Jahre. Sie alle erinnern sich an die von Herrn Engemann akribisch erstellten und von ihm jährlich mit viel Engagement vorgetragenen Rechenschaftsberichte. Herr Engemann scheidet nun aus Altersgründen aus dem Kuratorium aus, wird sich aber weiterhin als assoziiertes Mitglied mit seinen wertvollen Ideen und Ratschlägen einbringen. Frau Antje Bruns ist seine Nachfolgerin, die von allen Kuratoriumsmitgliedern herzlich willkommen geheißen wurde. Pastor Achim Heldt segnete anschließend das neu berufene Kuratorium für seinen Dienst in der Bethlehemgemeinde ein.

Im Anschluss an den Gottesdienst hielt die Pastorin Frau Dr. Hannegreth Grundmann einen Festvortrag über die Theologie des Kleinkindalters. Jedes Kind sei ein Theologe mit einer ganz eigenen Sicht auf Gott, die Welt und den Himmel. Die Auricher Referentin ergänzte ihren Vortrag mit praktischen Anregungen für die Gemeindearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Unter den zahlreichen Zuhörern waren viele jüngere Eltern, die sich von dem Thema ansprechen ließen. Nach dem Vortrag ließ sich ein Großteil der Gottesdienstbesucher von der Adventausstellung des Basarkreises faszinieren, die für einen besonders festlichen Rahmen des Kirchkaffees sorgte. Apropos Basarkreis: Die Erlöse der Ausstellung sorgten für eine weitere freudige und dankbar angenommene Überraschung bei unserer Stiftung: Frau Becker übereichte Frau van der Ven wenige Wochen später ebenfalls einen Scheck mit einer stattlichen Summe von 1.000 €.

Ihr

Dr. Martin van der Ven

 

Rechenschaftsbericht zum Stiftungsjubiläum am 30. Juni 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bethlehemgemeinde,

auch in diesem Jahr möchte ich Ihnen wieder den Rechenschaftsbericht für unsere Bethlehem-Stiftung für das vergangene Jahr 2018 vorlegen, heute in gekürzter Fassung.
Trotz eines ungünstigen Umfeldes – wegen der niedrigen Zinsen – hat sich das Stiftungskapital positiv entwickelt.

  • Mit Stand vom 31. Dezember 2018 beträgt das Stiftungskapital 950.000,- €.

Um einen höheren Ertrag zu erzielen, sind zur Zeit ca. 20% in Aktien angelegt, bis zu 30% sind laut Satzung möglich.
Dieses Stiftungskapital bleibt der Gemeinde unverändert erhalten.
Das Geld abgelaufener Anlageverträge wird stets wieder neu angelegt, und nur diese Zinserträge stehen der Gemeinde zur Verfügung, jedes Jahr auf´s neue.

Die Zustiftungen im vergangenen Jahr betrugen 16.599,- €, im Jahr davor waren es 16.116,- €.
Wir haben also eine stabile Ausgangsbasis, um die Stiftung weiterzuentwickeln. Durch diese stetige Erhöhung des Kapitalstocks kann die Inflationsrate einigermaßen ausgeglichen werden.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Zustiftern ganz herzlich bedanken, die bereit sind, den Gedanken der Stiftung weiterzutragen.

Es sind zahlreiche Dauerzustifter mit monatlichen Beiträgen, es gibt Einzelzustifter aber auch Kollekten von Trauerfeiern, Hochzeiten.

Vor allem der Männerkreis und der Basarkreis tragen immer wieder zum Erfolg der Stiftung bei.

Wie hoch waren die Zinserträge in 2018?

Dank alter Verträge mit einem hohen Zinssatz wurden 21.097,50 € ausgeschüttet. In diesem Jahr werden – wegen der schlechten Zinslage – voraussichtlich nur ca. 17.000,- € ausgeschüttet.

Eine Geldanlage über 150.000,- € wurde neu angelegt, zu einem deutlich niedrigeren Zinssatz von 0,8%.

Wofür wurden die Zinserträge ausgegeben, wie konnte die Stiftung die Gemeinde unterstützen?

  • 10.090,46 € Personalkosten Herr Philip Krieger (die Stiftung finanziert ¼ Stelle für den Jugenddiakon)
  • 1.300,51 € Personalkosten Frau Lübbers für Büroarbeiten.
  • 600,- € Zuschuss Sachkosten der Stiftung für Herrn Krieger
  • 246,17 € Nikolaustüten
  • 608,27 € Mitarbeiterfest, Stifterfest, Konzert Vocalensemble
  • 51,20 € Blumen und Geschenke (Geburtstage)
  • 5000,- € zweckgebundene Rücklage für besondere Ausgaben
  • 138,- € Portokosten
  • 400,- € Zuschuss Freizeit Südtirol
  • 18.434,61 € (2017: 20.077,- ]

Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen unsere Unterstützung für die Kinder- und Jugendarbeit, die durch Herrn Philip Krieger hervorragend umgesetzt wird.

Die Stiftung unterstützt die Freizeit in Südtirol, zu der jedes Jahr ca. 40 Jugendliche unter seiner Leitung fahren.

Es werden jugendgerechte Impulse gesetzt; eine Mischung aus Spiel und Sport und jugendgerechter Anbindung an die Kirche, z.B. durch eine Morgenandacht oder einen Jugendgottesdienst.

Diese Jugendarbeit sichert die Zukunft der Gemeinde, und es ist ein Hauptanliegen der Stiftung, durch Finanzierung der Personalkosten und durch Zuschüsse diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Und deshalb, meine Damen und Herrn, liebe Bethlehemgemeinde, ist auch unsere Stiftung ein Stück Zukunftsarbeit.

Die Stiftung ist gleichsam ein Vermächtnis für die Zukunft unserer Kirche, eine sichere Basis für die nächste Generation.

Heute, zum 30. Juni, läuft das Bonifizierungsprogramm der Landeskirche aus.

2 Jahre lang unterstützt sie die Stiftungen nach dem Motto „aus 3 mach 4“, das heißt für 3 Euro Zustiftungen gibt die Landeskirche einen Euro dazu, für 30 Euro gibt es 10 Euro usw.

Alle Beträge, die heute noch eingehen, profitieren von dieser Bonifizierung.

In diesen 2 Jahren sind 35.427,- € der Stiftung zugeflossen. Daher erwarten wir von der Landeskirche einen Bonus von ca. 12.000,- € – ein großer Erfolg dank Ihrer Unterstützung der Stiftung.

Jeder Euro trägt dazu bei, dass das Stiftungskapital weiter wächst.

Projekte wie der Pavillon im Pfarrgarten, der Zaun um die Kirche, Reparaturarbeiten, und schließlich die Sicherung der Pfarrstelle sind von der Stiftung unterstützt worden. Und dies wird auch zukünftig weiter fortgeführt.

Die Stiftung gehört Ihnen allen, der gesamten Bethlehemgemeinde.

Helfen Sie mit, dass die Bethlehemgmeinde zukunftssicher und stark bleibt.

Helfen Sie mit, den Stiftungsgedanken in die Tat umzusetzen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

10 Jahre Bethlehem Stiftung

10 Jahre Bethlehem Stiftung

Liebe Festgemeinde,

die Bethlehem-Stiftung freut sich über Ihr so zahlreiches Erscheinen. Wir begrüßen heute vor allem unsere junge Gemeinde, die Stifter und Gemeindeglieder, Gäste, Förderer und Freunde der Bethlehem-Stiftung.

Ich hoffe, Sie haben alle schon vor Beginn des Gottesdienstes die Fotos von unserem Gemeindeleben betrachtet. Sicher nur ein Ausschnitt, mögen sich viele wiedererkannt haben: Alter Kirchenvorstand und Gründungsmitglieder der Bethlehem-Stiftung, viele junge Gemeindeglieder, Stifter, neuer Kirchenvorstand und heutige Kuratoriumsmitglieder, eine Auswahl aus unserem aktiven und munteren Gemeindeleben.

Bei der Zusammenstellung der Bilder wurde uns schmerzlich bewusst: Es sind viele der uns allen so vertrauten lieben Menschen schon nicht mehr unter uns. So wollen wir auch ihrer heute besonders gedenken.

Lasse sie mich einige Personen, die für die Stiftungsgründung stehen, hier einmal namentlich nennen:

Otfried Laue, Charlotte Stellmacher, Kerstin Häusler, Martin Häusler, Dr. Irmela Strauß, Erich Andrzejewski, Dieter Engemann, Günther Nogatz, Heinrich Müller, Karl-Heinz Nowak, Hans-Georg Suschowk, Dr. Martin van der Ven.

Vorweg gesagt: Meine heutige Ansprache dient nicht der chronologischen Aufzählung aller Stiftungsdaten der letzten 10 Jahre. Der Inhalt dient der Darstellung der Ziele, des Stiftungszwecks und der Umsetzung dieser Ziele. Daran sollen Sie Teil haben.

Nach mir wird Herr Dieter Engemann ihnen noch einen kurzen Überblick über das aktuelle Zahlenwerk unserer Bethlehem-Stiftung geben.

Die Zahl der Gottesdienstbesucher in unserer Gemeinde ist sehr erfreulich. Dennoch können wir nicht leugnen, dass die Zahl geringer ist als noch vor einigen Jahren. Global betrachtet wächst die Zahl der Christen weltweit, aber nicht in Europa.

Wie können wir dazu beitragen, diesem globalen Trend auch hier vor Ort Rechnung zu tragen?

Altbischof Huber sagt: Wir können die kleiner werdenden Kirchen – gemeint sind die Gemeindeglieder – nicht als Naturgesetz begreifen, so unausweichlich wie einen Wasserfall.

Die Erwartung, dass sich die Dinge von allein regeln, teilen wir nicht.

Die Bereitschaft von Gemeinden, sich verändern zu lassen, muss nicht bedeuten, Beheimatung zu verlieren, Gewohntes zu verlassen. Unterwegssein mit anderen, sich reformieren, an neue Umstände anpassen zu können, beinhaltet die Chance, auch wieder zu wachsen.

Mit der Gründung der Bethlehem-Stiftung am 27.08.2009 war das Ziel verbunden, mit dem Erhalt der Pfarrstelle gleichsam die Gemeinde zukunftsfest zu machen.

Alle amtlichen wie ehrenamtlichen Mitarbeiter verfolgen dieses Ziel gemeinsam. Die Gründungsväter und Mütter der Nachkriegszeit genauso, wie auch alle ihnen folgenden, in Verantwortung stehenden Generationen – ohne Ausnahme. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

Leben verändert sich. Zum Generationswechsel bekommt zudem die Zuwanderung eine immer größere Bedeutung, auch in unserer Kirche.

Schon im Vorfeld der Stiftungsgründung seit 2006 bestand das Ziel darin, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Dass diese Herausforderungen im Jahr 2019 noch einmal drängender sein würden, zeichnete sich seinerzeit noch nicht ab.

Schon früh wurde die Kinder- und Jugendarbeit in den Blick genommen. Stiftungen dienen keinem Selbstzweck, sind auch nicht nur dazu gegründet, nur Gelder zu sammeln. Stiftungsgründungen wollen als ein hoffnungsvoller Weg verstanden werden, Gemeinden in ihrer vielfältigen Arbeit zu unterstützen.

Wir danken an dieser Stelle allen Stiftern ausdrücklich für ihr Vertrauen in ihre Stiftungsverantwortlichen im Kuratorium. Sie als Gemeinde sind Stifter, sie haben sich begeistern lassen für den Stiftungsgedanken, haben nicht nachgelassen, sich bemüht, die Stiftung mit Leben zu füllen, als Zeichen einer lebendigen, in christlicher Tradition stehenden Glaubensgemeinschaft.

Martin Luther und Philipp Melanchthon wussten zu lehren: Nur durch die Lehre von Glaubensinhalten und aufrichtig gelebtem Glauben kann es gelingen, dass sich auch junge Menschen mit dem Glauben auseinandersetzen.

Dies ist heute sicher eine andere, wenn auch eine nicht weniger große Herausforderung.

Neben dem fundierten Konfirmandenunterricht bedarf es eines Vermittlers, der die Sprache der Kinder und Jugendlichen versteht und ihnen Glaubensinhalte nicht nur in der Theorie vermitteln kann. Der im Austausch und gegenseitiger Wertschätzung junge Gemeinde gestaltet, mit ihnen Zeit zu verbringt. Dies schien uns notwendig zu sein.

Manchmal bedarf es zur Durchsetzung der Ziele der Anstrengung vieler Personen. Hier waren neben der Bethlehem-Stiftung, auch die Pfarrer (innen) in unserer und in den Nachbargemeinden und die Verantwortliche im Kirchenkreis gefordert neue Wege zu gehen.

Als Beauftragter für die Kinder- und Jugendarbeit in der Region Mitte des Ev.-luth. Kirchenkreises Emsland Bentheim begann Herr Krieger vor sechs Jahren diese Arbeit.

Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön, wir danken unserem Pfarrer, Pastor Achim Heldt, der mit unserer Gemeinde den Weg weitergegangen ist, an dem schon zuvor viele mitwirkten.

Herr Krieger beendete inzwischen die Aus- und Weiterbildung zum Diakon und wurde im Mai dieses Jahres in unserer Gemeinde eingesegnet.

Die Zukunft gehört den Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde. Sie zu integrieren ist die Zukunft unserer Gemeinde. Ihnen unsere Wertschätzung zu zeigen, indem sie Aufgaben in Gemeinden übernehmen, kann christliche Gemeinde lebendig erhalten. Es ist erfreulich und auch notwendig wenn sich junge Menschen heute wieder einmischen, ihre Sicht der Dinge vertreten, in unserer Gesellschaft und in unseren Kirchen. Nur das kann den Dialog fördern.

Die Bethlehem-Stiftung teilfinanziert die Stelle des Regionaldiakons Philip Kriegers und begleitet mit interessegeleiteter Aufmerksamkeit seine Arbeit mit den jungen Menschen.

Im vorausgegangenen Gottesdienst konnten sie einen kleinen Ausschnitt dieser Arbeit verfolgen. Junge Leute gestalteten den heutigen Gottesdienst als ein Gemeinschaftsprojekt. Mit uns gemeinsam Gottesdienst feiern.

Wir sind eingeladen, in Gemeinschaft mit Gott zu feiern. Bei allen Erhebungen zum Gemeindeleben wird der Gottesdienst immer an erster Stelle genannt. Für uns Christen ist er das zentrale Anliegen.

Ziel der Bethlehem-Stiftung ist, den Dialog unter den Generationen anzustoßen. Aber auch, den Dialog innerhalb der jungen Generation zu fördern. Gemeinschaftsgefühl entwickeln zu helfen über alle Ethnien- und Gendergrenzen hinweg. Lassen sie uns darin Vorbild sein, dann werden auch in Zukunft Menschen in unserer Gemeinde im christlichen Miteinander Leben gestalten wollen.

Die Bethlehem-Stiftung fühlt sich der Vorbildaufgabe verpflichtet. Wir erinnern uns an die Worte Astrid Lindgrens: „Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir großen sollten uns daran erinnern, wie das war.“

Ihnen danke ich an dieser Stelle für ihre Geduld und Aufmerksamkeit, bleiben sie auch in Zukunft ihrer Bethlehem-Stiftung gewogen.

Jetzt folgt der Rechenschaftsbericht der Bethlehem-Stiftung, den Herr Dieter Engemann ihnen vortragen wird. Mögen sie ihm mit gespannter Neugierde lauschen.

Lassen sie uns heute ein fröhliches Fest miteinander feiern.

Herzlichen Dank ihnen allen.

Bethlehem-Stiftung wird 10 Jahre!

Liebe Gemeindeglieder,

Am 30. Juni findet unser jährliches Gemeindefest statt. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass zu feiern: Unsere Bethlehem-Stiftung wird 10 Jahre alt! Man mag es kaum glauben, dass schon so viel Zeit ins Land gegangen ist. Aber sind wir mal ehrlich, es ist ja auch wirklich viel passiert in den 10 Jahren. Als die Stiftung gegründet wurde, lag die Zukunft der Bethlehemgemeinde noch ganz im Ungewissen. Aber das hat sich dann Gott sei Dank geändert. Man darf ruhig sagen, dass die erfolgreiche Stiftungsgründung und der damit einhergehende politische Druck wesentlich dabei mitgeholfen haben die Pastorenstelle in unserer Gemeinde zu sichern. In den vergangenen Jahren haben wir dann vor allem die Stelle des Jugenddiakons Philip Krieger mitfinanziert und somit gesichert. Die Jugendarbeit steht seither als Zukunftsprojekt der Bethlehem-Stiftung im Vordergrund unserer Bemühungen.

Zum 10jährigen Jubiläums dürfen wir sicher auch mal stolz auf das Erreichte sein! Dennoch wollen wir an dem Tag nicht zu viel Nostalgie und Vergangenheitsbewältigung betreiben. Vielmehr sollen die Kinder und Jugendlichen beim Gemeindefest im Mittelpunkt stehen. So werden die Teamer, die gerade Konfirmierten und die Vorkonfirmanden den festlichen Gottesdienst mitgestalten. Wir hoffen auf zahlreiche Gottesdienstbesucher und geladene Gäste und wollen dann ein ganz herzliches Dankeschön sagen. Alle Zustifter, die ehemaligen Kuratoriumsmitglieder und die vielen ratgebenden Helfer und Unterstützer verdienen an dem Tag unseren herzlichen Dank, aber auch die Zusicherung: Wir werden nicht locker lassen, sondern vielmehr weitermachen mit all unseren Anstrengungen für die Zukunft der Bethlehemgemeinde!

Freuen Sie sich auf ein großes Fest bei hoffentlich schönem Wetter mit vielen Attraktionen. Das schon bekannte Glücksrad wird wieder dabei sein und für Spannung sorgen, wer diesmal einen der vielen attraktiven Preise gewinnen wird. Außerdem wartet so manche Überraschung auf unsere kleinen und großen Gäste. Wir freuen uns auf Sie!

Lassen Sie mich zum Abschluss daran erinnern, dass am selben Tag die Aktion „Aus 3 mach 4“ der Evangelischen Landeskirche Hannovers zu Ende geht. Sie dürfen also beim Gemeinde- und Stiftungsfests gerne noch zustiften. Und das lohnt sich ja für uns alle ganz besonders: Bei jedem Beitrag gibt die Landeskirche für je 3 zugestiftete Euro 1 weiteren Euro hinzu. Es lohnt sich also, nochmal ins Portemonnaie zu greifen.

Vergessen Sie nicht: Die Bethlehem-Stiftung ist Ihre Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Sie wird sich für Ihre Kinder, Enkel und Urenkel positiv auswirken. Denn das Vermögen der Stiftung bleibt dauerhaft erhalten. Ausschließlich die jeweiligen Erträge werden zur Finanzierung der Stiftungsziele verwendet.

Ihr
Dr. Martin van der Ven

Bis zum 30. Juni 2019

Liebe Gemeindeglieder,

noch bis zum 30. Juni läuft die Aktion „Aus 3 mach 4“ der Evangelischen Landeskirche Hannovers. Für alle Beiträge gibt sie für je 3 zugestiftete Euro 1 Euro dazu. Wenn Sie der Stiftung zum Beispiel 300 Euro überweisen und „Zustiftung“ auf dem Überweisungsträger vermerken, „bonifiziert“ die Landeskirche den Betrag mit 100 Euro.  So werden aus 300 Euro 400 Euro. Eine hervorragende Verzinsung von einmalig 33,3%. Sie werden weltweit momentan keine Bank mit derartigen Konditionen finden! Daher nochmal unsere herzliche Bitte, sich möglichst bis Mitte dieses Jahres mit einer Zustiftung in jeglicher Höhe für die Bethlehem-Stiftung einzusetzen. Zur Erinnerung: Die Bethlehem-Stiftung ist Ihre Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Sie wird sich für Ihre Kinder, Enkel und Urenkel auswirken. Denn das Vermögen der Stiftung bleibt dauerhaft erhalten. Ausschließlich die jeweiligen Erträge werden zur Finanzierung der Stiftungsziele verwendet, in unserem Fall bekanntermaßen für den Erhalt der Pfarrstelle, die Jugendarbeit (Philip Krieger) und verschiedene Renovierungsprojekte in der Gemeinde.

Vor einigen Wochen las ich In einem interessanten Flyer einer Stiftung in Verden: „Eine Stiftung macht die Kirchengemeinden selbstständiger und unabhängiger von den schwankenden Steuereinnahmen. Eine Stiftung stärkt das Gefühl der Gemeindemitglieder, verantwortlich für das Leben in der Gemeinde zu sein. Wer sich an einer Stiftung beteiligt, sieht die Früchte unmittelbar in seiner Gemeinde.“ Wohl wahr!

Auch kleine Beiträge sind ausdrücklich erwünscht und werden wertgeschätzt! Sie können der Stiftung in diesem Fall auch eine Spende zukommen lassen, die dann für aktuelle Projekte in der Gemeinde verwendet werden kann. Bei größeren Beträgen, bei denen nur die Erträge (Zinsen) verbraucht werden sollen, markieren Sie Ihre Überweisung bitte als „Zustiftung“. Sowohl Spenden als auch Zustiftungen werden steuerlich begünstigt! Wenn Sie im Leben vorgesorgt und eine Sicherheit für Ihr Alter erwirtschaftet haben, möchten Sie vielleicht später Gutes tun, wenn Sie Ihr Geld nicht mehr benötigen und keine Nachkommen haben. Dies ist möglich, wenn Sie die Bethlehem-Stiftung in Ihrem Testament bedenken. Kirchliche Stiftungen sind übrigens von der Schenkungs- und Erbschaftssteuer befreit. Daher kommen Erbschaften, Vermächtnisse und Schenkungen in voller Höhe dem gemeinnützigen Zweck zugute.

Sie merken schon: Ich werbe ausdrücklich um Ihre Unterstützung. Dies meint aber viel mehr als nur einen Scheck. Ulf Compart schrieb im Dezember 2017 in der Evangelischen Zeitung: „Ehrenamtsarbeit, unentgeltliche Dienstleistungen, das Netzwerken und weitere Kontakte, ein politisches Engagement, die Empathie und die emotionale Begleitung sind wesentlich mehr wert als nur eine finanzielle Gabe.“

Lassen Sie uns in diesem Sinne froh und optimistisch das Jahr 2019 angehen und im Sommer das 10jährige Jubiläum unserer Bethlehem-Stiftung feiern.

Ihr
Dr. Martin van der Ven

Wie alles anfing…

Die in das Emsland strömenden Heimatvertriebenen waren zu 75 % evangelisch. Die soziale Not dieser Menschen war groß. Im Emsland gab es bis 1944 drei lutherische Gemeinden: In Lingen seit 1728, in Meppen seit 1842 und in Papenburg seit 1859.

In Meppen nahm sich die Gustav-Adolf-Kirche der christlichen Not der Menschen an.

Daneben entstand der Pfarrbezirk II mit Errichtung einer Pfarrstelle in der heutigen Bethlehemgemeinde am 01.07.1952. Sie umfasst die Evangelischen in der Stadt westlich der Ems mit den Orten Esterfeld, Rühle, Klein und Groß Fullen, Versen, Hüntel, Holthausen, Borken und Hemsen.

Die Gemeinde Osterbrock fiel erst 1954 an die II. Pfarrstelle.


 Die erste Kirche der Gemeinde

Unser Kirchengrundstück liegt im Areal zwischen dem Schullendamm und dem Rühler Sommerweg gegenüber der Gastwirtschaft Kamp. Ursprünglich stand hier eine Ziegelei und eine Mühle mit Sägewerk. Ab 1933 wurden die Betriebe stillgelegt; es entstand ein Reichsarbeitsdienstlager.  Die aus allen Richtungen deutscher Ostgebiete vertriebenen Christen brauchten ein neues Gotteshaus. Dieses konnte wirklich am 1. Advent 1954 fertiggestellt und eingeweiht werden. Die rechtliche Einordnung führte zur Kapellengemeinde mit einem Kapellenvorstand. Herr Walter Sebecke war 12 Jahre lang einziger Vertreter im Gesamtkirchenvorstand der Mutterkirche (Gustav-Adolf-Gemeinde).

Selbständige Gemeinde

Seit dem 01. Januar 1980 gibt es in Meppen zwei lutherische Gemeinden. Der vorher ergangene Beschluss des Kirchenkreisvorstandes wurde vom Landeskirchenamt in Hannnover genehmigt. Auch die Niedersächsische Landesregierung hat der Gründung einer Kirchengemeinde als einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zugestimmt.

Erst in 1982 standen Kirchenvorstandswahlen an. Bis dahin arbeitete ein „Übergangsvorstand“. In vielen Sitzungen plante er den Um- und Erweiterungsbau der Bethlehemkirche. Er setzte ihn in die Wirklichkeit um.

Am 24. Oktober 1981 weihte Bischof Andersen die neue Bethlehemkirche.

Die Bauform der 1. Kirche

Die 1954 errichtete Kirche war rechteckig mit den Maßen 16,35m x 9,66m fast im goldenen Schnitt, am Emsdeich vor der schönen Emsaue. Das hohe, große, etwa 60 ° geneigte Ziegeldach war mit einem Reiter versehen.

Sie bot etwa 120 Gemeindegliedern Platz. Der rote Klinker mit dem hellen Fugenbild gab zwar ein bescheidenes, aber doch ein würdiges Vaterhaus, das mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielte. Der Bentheimer Architekt Zabel gestaltete das Gebäude.

Mit der Kirche entstand auch ein kleines Pfarrhaus.

Zum Namen „Bethlehemkirche“

Die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten fanden hier eine neue geistliche Heimat.

Nach Lukas 2 zogen Josef und Maria aus Galiläa, der Stadt Nazareth, nach Bethlehem unter erschwerten Verhältnissen. Sie fanden keinen Platz in der Herberge. Sie lebten nahe den Feldern für die Schafherden. So ist es plausibel, der Kirche diesen Namen zu geben. Von Bethlehem geht die trostvolle Botschaft aus: Gott nimmt Anteil am Los seiner Menschenkinder.

Den Gemeindegliedern ist die Kirche Hoffnung und Zuversicht.

Das Albert-Schweitzer-Haus

Im Frühjahr 1975 gab der Landkreis eine Baracke, die zuvor Jugend-und Sozialamt der Stadt Meppen war und hinter dem Kolpinghaus stand, an die Bethlehemgemeinde weiter.  Die Gemeindeglieder sollten die Baracke selbst ab-und wieder aufbauen und mit einem Klinker verblenden.

Gerd Götz vom Kirchenvorstand nahm sich dieser Aufgabe an, mit ihm  der Bautrupp der Gemeinde , aus dem der spätere Männerkreis der Gemeinde hervorging.  
Es war eine schwere Zeit, aber auch eine Zeit, in der sich die vielen mithelfenden Männer kennenlernten, einander näherkamen und zu einer Gemeinschaft zusammenwuchsen. 

Am 4. Juni 1976 wurde das Albert-Schweitzer-Haus eingeweiht. Eine Mammutaufgabe der Männer, von der wir noch heute profitieren.

Aktuell ist das Dach des Gemeindehauses sanierungsbedürftig, es wurde bereits vor einigen Jahren energetisch saniert und muss nun stabilisiert werden. Dazu ist ein Statikgutachten  in Auftrag gegeben. Das Gemeindehaus kann nur eingeschränkt genutzt werden. Wir sind zuversichtlich, unser Gemeindehaus erneut sanieren zu können.

Die heutige Bethlehemkirche

Das Anwachsen der Gemeindeglieder auf aktuell 2.616 forderte eine Erweiterung. Architekt Buckebrede aus Münster und Meppen legte einen ausgewogenen Plan vor. Vor dem Ostgiebel des vorhandenen Gebäudes legte er den Erweiterungsteil mit der starken Gliederung durch schmale zurückliegende hohe Fenster zwischen hervortretenden Mauerpfeilern. Der östlich angeordnete Chorraum ist durch stufenförmiges Zurücksetzen des Mauerwerkes gegliedert mit schmalen hohen Fenstern. Auffällig ist der eigenwillige Glockenturm mit seinen gradlinigen Konturen, der auch als Treppenflur genutzt wird.

Die erweiterte Kirche bietet 300 Sitzplätze unter Ausnutzung von 2 Emporen – am Glockenturm und am Haupteingang.

Die kupferbekleidete Turmhaube gibt dem Bau einen deutlichen sakralen Charakter und zeigt die traditionelle Verbundenheit. Sie beugt einer Verwechslung mit einem Profanbau vor. Die Konturen der Kirche zeigen Harmonie. Es wird deutlich, dass auch Steine unseren Glauben ein Stück repräsentieren können.

Das Innere der Kirche

Nach dem Eintritt durch die Haupttür folgt ein Flur mit niedriger Decke, von dem die Treppe zur Empore abzweigt und eine zweiflügelige Glastür in den Kirchenraum einlädt. Dieser Eintritt ist der Geburtskirche in Bethlehem nachempfunden, die nur in gebückter Haltung durch eine niedrige Pforte betreten werden kann, als Ort demütiger Anbetung. Der Kirchenraum ist ein hoher, der wie außen bis zur Traufhöhe in Backstein gehalten ist.  Das Dach ist von der unteren Seite mit Tannenholz bis in die Spitze verkleidet. So ergibt sich eine Raumspannung, die auf den Konzentrationspunkt – den Altarraum – führt. Der Raum ist trotz des seitlichen Anbaues nicht gespalten. Die aus Holz erstellten Kniebänke sind naturfarben und geben dem Ganzen einen warmen wohlfühlenden Charakter.

Die Fenster aus dicken Glasstücken zwischen breitem Acryl (Kunststoff) Fugen ohne Symbolik gestaltet.

Die Farbwahl wird zum Altarraum kräftiger. Die südlichen Fenster geben im Gottesdienst durch die wechselnde Sonneneinstrahlung ein warmes Farbspiel.

Der Altarraum nimmt die ganze Breite des Kirchenschiffes ein. Er ist um 2 Treppenauftritte höher als der Kirchenraum. Der Bodenbelag und auch Altar und Kanzel sind aus elfenbeinfarbigem Marmor gestaltet. Die aus Mauerwerk bestehende Stirnseite (östl.) schließt den Raum mit einem großen, naturfarbenen Holzkreuz ab. Das Kreuz ist so angebracht, dass nur eine lineare Seite (also diagonal) die Wand berührt.

Zugeordnet sind auf jeder Seite 3 Kerzenständer mit unterschiedlicher Höhe und gleicher diagonaler Aufstellung.

Die gradlinige, abgetreppte Verjüngung des Raumes wirkt beschützend. Für die Beleuchtung des Altars ist ein abgehängter Lampenkranz ohne Schmuck (es sind nur die milchfarbenen Birnen sichtbar). Der Kranz ist zur Gemeinde hin geöffnet.

Der elfenbeinfarbene Taufstein aus Marmor steht im Schnittpunkt des Anbaues und dem großen Kirchenschiff an der Eckwand.

Auf der westlichen Empore befand sich eine kleine Führerorgel aus dem Jahre 1956. Sie war abgängig. 

Die Gemeinde hat eine neue Orgel mit 12 Registern, 2 Manualen und 1 Pedal in Auftrag gegeben. Diese erklingt seit dem 01.07.2005.

Es wird deutlich, dass der Gottesdienst als Handeln Gottes am Menschen verstanden wird. Zu beachten ist, dass ein Kirchenraum  ein von religiösem Erleben  vieler Menschen erfüllter Raum ist.

Die Außentüren

Haupteingang

die aus Bronzeguss gestaltete Eingangstür zeigt die drei Waisen aus dem Morgenland, wie der Stern sie zum Jesuskind führt. Sie fielen nieder und beteten es an, öffneten ihre Schätze und beschenkten es (Matth. 2, 1 – 12).

Nebeneingang

Dargestellt sind auf der Bronzetür die himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen ein Wohlgefallen.“ (Lukas 2, 11 – 14).

Die Türen wurden gestaltet von Josef Krautwald aus Rheine.

Schlussbetrachtung

Bis heute gilt: Im Emsland bilden die evangelischen Kirchen eine Minderheit. Dies ist historisch bedingt. Bedeutend ist dabei, dass Christen zwar in verschiedenen Konfessionen, aber in demselben Umfeld leben, viel Toleranz üben, sich gegenseitig achten und zuhören.

Der Oberlandeskirchenrat der Landeskirche Hannovers Ernst Kampermann definierte Kirche wie folgt:

Wer eine Kirche aufsucht, betritt einen Raum, der für eine andere Welt steht. Ob man das Heilige sucht, ob man Segen und Gottesnähe sucht oder schlicht Ruhe, ob ästhetische Motive im Vordergrund stehenimmer spricht der Raum: Durch seine Architektur, seine Geschichte, seine Kunst, seine Liturgie. Kirchen sind Orte, die Sinn eröffnen und zum Leben helfen können, Orte der Gastfreundschaft und Zuflucht. Sie sind Räume, die Glauben symbolisieren, Erinnerungen wach halten, Zukunft denkbar werden lassen, Beziehungen ermöglichen: zu sich selbst, zur Welt, zu Gott!“

Der aktuell vorliegende Text wurde gekürzt, ergänzt und den heutigen Begebenheiten angepasst. Er ist einem Vortrag vom 27. März 2004 in der Gustav-Adolf-Kirche entnommen.

Ein Pfarrbüro im Wandel der Zeit

Im Jahre 1954 wurde die Bethlehemkirche geweiht, jedoch war die heutige Bethlehemgemeinde noch Teil der Gustav-Adolf-Gemeinde, und die Gemeindebürotätigkeiten wurden vom dortigen Pfarrbüro erledigt. Da jedoch die Gemeindegliederzahlen stetig wuchsen, beschloss das Landeskirchenamt Hannover, dass die Bethlehemgemeinde eigenständig werden sollte. Am 1. Januar 1980 war es dann so weit, und die Bethlehemgemeinde bekam ein eigenes Pfarrbüro. „Seitdem laufen hier“ – wie es in der Festschrift von 1984 so schön heißt – „die Fäden unseres Gemeindelebens zusammen.“

Doch während Gertraude Müller, die von Januar 1980 bis Juni 1994 als erste Bethlehem-Pfarrsekretärin tätig war, den Schriftverkehr noch mit der manuellen Schreibmaschine erledigen musste, wurde während der Dienstzeit von Ursula Zastrau, die im Juli 1994 die Nachfolge von Frau Müller übernahm, bereits der erste PC eingeführt, und seit 2006 ist das Pfarrbüro per Internet „mit der Welt verbunden.“

Anfang 2014 wurde das Büro dann rundum erneuert und entspricht mit seiner modernen „Schreiblandschaft“ plus integrierter Gästeecke, in der die Gemeindeglieder mit ihren verschiedenen Anliegen gerne empfangen werden, den heutigen Vorstellungen von einem zeitgemäßen Pfarrbüro.

Ulrike Lübbers


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