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Krankenhausbesuchsdienst

„Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht“ (Matthäus 25, 36)

Wer selbst einmal im Krankenhaus gelegen hat, weiß, wie schön es ist, neben Angehörigen und Freunden auch Mitglieder der Kirchengemeinde zu seinen Besuchern zu zählen.

So fanden sich am 15.Februar 1985 interessierte Frauen und Männer der Gustav-Adolf-Gemeinde und der Bethlehemgemeinde bei Pastor Roth zur Vorbesprechung zusammen. Wir überlegten gemeinsam, wie wir diese Aufgabe angehen sollten, und es ergaben sich viele Fragen.

Pastor Roth und Pastor Krull machten uns aber Mut, und so teilten wir uns in vier Gruppen mit je vier Frauen und Männern, jede Gruppe ist somit alle vier Wochen verantwortlich.

Ausgerüstet mit „Zehn Empfehlungen für den Krankenhausbesuch“ (von H. und J. Piper, Klinikpfarrer in Hannover) kam für jeden von uns der erste Tag im Krankenhaus und ich darf wohl für uns alle sagen, dass wir mit ein wenig Herzklopfen die Tür zum Krankenzimmer öffneten. Die Reaktion der Patienten auf die Begrüßung war und ist durchaus unterschiedlich: überrascht, erfreut, dankbar, unsicher, misstrauisch, ablehnend.

Inzwischen sind fast dreißig Jahre vergangen. Sowohl bei den Pastoren als auch bei unseren Besuchsdienstgruppen haben Wechsel stattgefunden. Nur wenige „der ersten Stunde“ sind noch dabei.

Der Patient steht im Mittelpunkt unserer Hilfe. Ihm oder ihr vermitteln wir Geborgenheit und Verständnis für die ungewohnte Situation, die oft auch mit Angst verbunden ist. Was wir tun ist vor allem Dasein und Zuhören. Wir geben den Patienten das Gefühl, dass sie während ihrer Krankheit von der Gemeinde nicht vergessen werden. Hin und wieder können wir auch auf Hilfen im sozialen Bereich nach dem Krankenhausaufenthalt verweisen.

Bei unseren Besuchen ergeben sich manche Situationen und Gespräche, die uns noch bis in die nächsten Tage im Gedächtnis bleiben. So ist der Besuchsdienst ein „gegenseitiges Geben und Nehmen“.

Immer wieder suchen auch wir Hilfe und Kraft in der Fürbitte:

„Lieber Gott, ich bitte dich für mich und alle, die mit mir diesen Besuchsdienst erfüllen: Hilf uns bei unserer Aufgabe im Krankenhaus, lass uns da sein, wenn ein Mensch uns braucht, lass uns stets das rechte Wort für die Patienten finden und lass uns nicht verzagen, wenn wir einmal nicht helfen können.“ Amen

Charlotte Stellmacher