{"id":1134,"date":"2016-06-06T07:57:44","date_gmt":"2016-06-06T07:57:44","guid":{"rendered":"https:\/\/bethlehem-stiftung.de\/?p=1134"},"modified":"2022-11-29T17:00:40","modified_gmt":"2022-11-29T17:00:40","slug":"keiner-darf-verloren-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bethlehemgemeinde-meppen.de\/?p=1134","title":{"rendered":"Keiner darf verloren gehen &#8211; Andacht zum Stiftungsfest 2016"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Von den Finnen wird erz\u00e4hlt, dass sie zur Begr\u00fcndung ihres Pisa-Erfolges sagen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eVon uns gibt es nur f\u00fcnf Millionen. Wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, auch nur einen davon zu verlieren. Deswegen z\u00e4hlt jedes Kind.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier wird unbewusst ein Leitsatz christlicher Ethik formuliert: \u201eKeiner darf verloren gehen.\u201c Paulus beschreibt diesen Zusammenhang im 1. Brief an die Korinther 12 im Bild des menschlichen Leibes, dessen Haupt Christus und dessen Glieder die einzelnen Christen sind. Und er erkl\u00e4rt dann: So verschieden die Glieder auch sind, sie sind alle aufeinander angewiesen. Das Auge kann nicht zum Fu\u00df sagen: Ich brauche dich nicht oder umgekehrt. Gerade die Teile, die schw\u00e4cher sind, sind besonders wichtig, sagt Paulus. Und dann schlie\u00dft er mit dem gro\u00dfartigen Satz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder.\u201c Mich beeindruckt dieses Bild immer wieder, weil es die gegenseitige Angewiesenheit der Menschen beschreibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese kommt wunderbar zum Tragen im Zusammenspiel von Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t. Beide begr\u00fcnden unser soziales Miteinander. Nur selbstverst\u00e4ndlich ist das nicht. Gerade der Gedanke der Solidarit\u00e4t wird nicht selten denunziert. Es scheint so zu sein, dass einem wachsenden Egoismus auf der individuellen Seite eine verst\u00e4rkte Neigung von gesellschaftlichen Gruppen entspricht, ihr Eigeninteresse dem Gemeinwohl rigoros vorzuordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gemeinwohl aber ist deswegen vorgeordnet, weil es dem sozialen, dem gesellschaftlichen Frieden dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich wird das besonders sichtbar am Beispiel der Kinderarmut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15,4 % an der Bev\u00f6lkerung im Alter von unter 15 Jahren sind davon betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist also n\u00f6tig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. N\u00f6tig ist eine st\u00e4rkere Zuwendung zu Familien. Die demografische Entwicklung ist kein Naturgesetz. Sie hat damit zu tun, dass das Leben mit Kindern f\u00fcr viele kein attraktives Leitbild mehr ist und Kinder nur noch als Kostenfaktor begriffen werden. Und Kosten minimiert man in unserer Gesellschaft. Die Bethlhemstiftung sieht auch die Kinder als wichtige Glieder der Kirche und bietet durch die Cofinanzierung des Mitarbeiters Philipp Krieger f\u00fcr Kinder und Jugendarbeit Kindern aller \u2013konfessionen oder Religionen, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Das viel beschworene sinnvolle Subsidiarit\u00e4tsprinzip wird von den Kirchen in den Kontext zur solidarischen Gesellschaftsverfassung gestellt. F\u00fcr sie geht es bei der Subsidiarit\u00e4t darum, Einzelpersonen und untergeordnete Ebenen \u201ezu sch\u00fctzen\u201c, \u201ezu st\u00e4rken\u201c und \u201ezu unterst\u00fctzen\u201c, nicht jedoch darum, ihnen wachsende Risiken zuzuschieben.\u201c Insofern geh\u00f6ren Subsidiarit\u00e4t und Solidarit\u00e4t zusammen. Demnach hei\u00dft Subsidiarit\u00e4t: \u201eZur Eigenverantwortung bef\u00e4higen\u201c. Das kann in Gruppen und Kreisen, durch Jugendleiterausbildung oder Ausbildung von Besuchsdienstmitarbeitern geschehen, von denen wir viel zu wenig haben. Damit N\u00e4chstenliebe auch transportiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Subsidiarit\u00e4t kann nicht hei\u00dfen: \u201eDen einzelnen allein lassen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gleichgewicht von \u00f6ffentlicher Verantwortung und privatem Engagement muss stimmen. Insofern freue ich mich, dass in durchaus schwierigen wirtschaftlichen Zeiten \u2013 und die Kirchen sind massiv davon betroffen \u2013 Sie in der Bethlehemgemeinde Meppen aktiv sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sie in der Bethlehemstiftung aktiv sind und ein Zeichen privaten und diakonisch-christlichen Engagements setzen, Sie tragen dazu bei, dass keiner zur\u00fcckbleibt. Daf\u00fcr danke ich Ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Ihr weiteres Wirken w\u00fcnsche ich Ihnen Gottes Segen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr<br \/>\nPastor Ulrich Hirndorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den Finnen wird erz\u00e4hlt, dass sie zur Begr\u00fcndung ihres Pisa-Erfolges sagen: \u201eVon uns gibt es nur f\u00fcnf Millionen. Wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, auch nur einen davon zu verlieren. Deswegen z\u00e4hlt jedes Kind.\u201c Hier wird unbewusst ein Leitsatz christlicher Ethik formuliert: \u201eKeiner darf verloren gehen.\u201c Paulus beschreibt diesen Zusammenhang im 1. 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