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Herbstsynode – Die Topthemen 2018

Aufarbeitung von Missbrauchsfällen

Das waren die Topthemen der Herbstsynode 2018. Landesbischof Ralf Meister rief zu einer intensiven Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der ev. Kirche auf. “Die zahlreichen Fälle sexuellen Missbrauchs in der Vergangenheit treffen beide Kirchen. Sie haben einen Vertrauensverlust herbeigeführt, dessen Ausmaß wir nicht ermessen können“, so Bischof Meister. Das 1. Verbrechen ist die sexualisierte Gewalt. Das 2. Verbrechen ist die Begünstigung von systemischen Ursachen, so dass diese furchtbaren Straftaten geschehen können. Jede Stelle in der Landeskirche weiß, an wen sie sich wenden muss. Kontakte zur Staatsanwaltschaft, arbeitsrechtliche Maßnahmen usw. sind geregelt. In der Landeskirche herrscht eine Null-Toleranz Politik auf diesem Gebiet. Nach mehr als 50 Jahren wird eine neue, grundlegend überarbeitete Verfassung vorgelegt. Im Frühjahr soll endgültig über die Revision entschieden werden. Jugendliche erhalten mehr Beteiligungsmöglichkeit. Kirchengemeinden können sich dann als traditionelle Ortsgemeinde oder als themenorientierte Personalgemeinde organisieren. Der Bereich des Ehrenamtes ist neu aufgenommen worden. Der Judenmission wird eine eindeutige Absage erteilt. In den beiden nächsten Jahren ist ein Etat von jeweils 640 Mio. € in den Haushalt eingeplant. Die 1.248 Gemeinden werden entlastet. An sie werden zweckfreie Mittel von insgesamt 15 Mio. € ausgeschüttet. 10 Mio. € in 2019 und 5 Mio. € in 2020. 196,2 Mio € sind im Etat der 1.572 Pfarrstellen veranschlagt. 52 Mio € sind für die 668 Kitas der Landeskirche vorgesehen, das sind 22 Mio € mehr als in 2017. Die Arbeit mit geflüchteten Menschen wird mit mehr als 3,5 Mio. € unterstützt. Das gesellschaftliche Klima für Flüchtlingshelfer ist rauer geworden. Wir werden dennoch weiter agieren. Für den KK Emsland – Bentheim besonders relevant!

Im Doppelhaushalt der Landeskirche stehen 50.000 € pro Jahr für Frenswegen!

Die Finanzierung des Klosters steht seit Jahren auf wackligen Füßen. Trotz mancher Anstrengungen läuft der Betrieb defizitär. Die Probleme sind struktureller Natur – will sagen: ohne Betriebskostenzuschuss wird das Kloster aus den roten Zahlen nicht herauskommen. Die ev. luth. Landeskirche lehnte die Unterstützung in Form von Betriebskostenzuschüssen bislang ab. Die Landeskirche hatte sich seit Jahren von Tagungshäusern aufgrund der Einsparvorgaben durch AS98 der 23.Landessynode verabschiedet. Ich erinnere darüber hinaus an die Aussage von OLKR Dr. Krämer an einem sehr heißen KKTSitzungstag in Frenswegen, dass es keine Unterstützung dergestalt geben kann. Nach langjährigen Anstrengungen in Hannover unter Mitwirkung Vieler ist es jetzt gelungen, die synodale Entscheidung herbeizuführen, dass für Frenswegen pro Jahr je 50.000 € eingestellt sind.

Finanzielle Unterstützung von SolitärKitas

Ab dem Jahr 2019 ist die Erhöhung der Pauschale für pädagogische Leitung von 2.000 € auf 4.000€ vorgesehen, soweit die Kindertagesstätten zu einem anerkannten übergemeindlichen Trägermodell gehören. Zur Finanzierung sollen die Gruppenpauschalen 2019 lediglich um 2% und 2020 um 1% (statt 3%/2%) erhöht werden. Für Kirchenkreise, die aufgrund der Neuregelung Verluste hätten (das ist neben Hannover, Stolzenau Loccum nur noch Emsland-Bentheim), sind je Haushaltsjahr 120.000 € in einem Ausgleichsfonds etatisiert. Die unten beschriebene Unterstützung von Solitärkitas bleibt davon unberührt.

Sonst noch:

IT Strategie der hannoverschen Landeskirche – Der Datenschutz macht eine sichere Verarbeitung der Daten und eine sichere Erreichbarkeit der Mitarbeiter notwendig. Im nächsten Jahr gibt es einheitliche E-Mail Adressen für alle Pfarrämter.

Kommunikationsarbeit der Landeskirche ist vielfältig. Kommunikation sorgt dafür, kirchliches Leben darzustellen. Die unselbständige Einrichtung der Landeskirche „Evangelische Medienarbeit – EMA“ ist etabliert. Die Gliederung der EMA in die Bereiche Themenraum, Kampagnen und Design und Agentur ist umgesetzt. Mittlerweile wird erwartet, dass 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche Informationen gegeben werden. Service für alle analog und digital im Rahmen der Gemeindebriefarbeit wird unterstützt. Der digitale Zugang ist sicher und datenschutzkonform. In der Finanzierung von Kita -Arbeit war eine gesonderte Förderung von Solitäreinrichtungen nicht vorgesehen. Auf Beschluss der Synode wird ein Fonds von 225.000€ pro Jahr für Kindertagesstätten vorgesehen, die entweder in freier Trägerschaft sind oder in kirchlicher Trägerschaft, aber nicht in einem übergemeindlichen Trägermodell organisiert sind. Kirchliche Träger von Kindertagesstätten außerhalb des übergemeindlichen Trägermodells können einen Zuschuss von 2.000 € pro Jahr erhalten, wenn sie strukturelle Gründe nachweisen, die einem Übergang in das übergemeindliche Trägermodell zur Zeit entgegenstehen. Denn grundsätzlich gilt: An der Zielstellung des übergemeindlichen Trägermodells wird festgehalten. Im Tätigkeitsbericht des Diakonischen Werkes trug Hans-Joachim Lenke vor: “Der Druck durch die Kostenträger im Pflegebereich ist seit Jahren spürbar. Exemplarisch für die ambulante Pflege haben wir die Situation: wir lehnen Patienten ab, da keine Fachkräfte vorhanden sind. Die häusliche Versorgung ist dann nicht mehr möglich, es bleibt nur noch der Weg ins Altenheim. Robotik in der Pflege wird die Pflege nicht ersetzen, kann sie aber unterstützen.“

1. Dezember 2018
Gunda Dröge